Elternteil beobachtet ruhig jungen Erwachsenen beim Fahren auf deutscher Landstraße, warmes Nachmittagslicht im Fahrzeuginnenraum.

Darf man künftig mit den Eltern für den Führerschein üben?

Markus Pfeil ·

Das Bundeskabinett hat im Mai 2026 einen Gesetzentwurf zur Führerscheinreform beschlossen, der unter anderem mehr Flexibilität beim privaten Üben ermöglichen soll. Ob Eltern künftig offiziell als Begleitpersonen außerhalb des begleiteten Fahrens ab 17 fungieren dürfen, ist aktuell noch nicht abschließend geregelt. Die neuen Regeln sollen Anfang 2027 in Kraft treten. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Üben mit Eltern, die Unterschiede zum begleiteten Fahren mit 17 und die Frage, wann ein Intensivkurs die sinnvollere Wahl ist.

Was ändert sich bei den Regelungen zum Üben mit Eltern?

Die geplante Führerscheinreform sieht vor, dass Fahrschüler mehr Freiheit beim Erwerb praktischer Fahrerfahrung erhalten sollen. Ein konkretes Recht, außerhalb des offiziellen begleiteten Fahrens ab 17 mit den Eltern zu üben, ist im aktuellen Gesetzentwurf jedoch noch nicht verankert. Der Fokus der Reform liegt auf Digitalisierung, Bürokratieabbau und geringeren Kosten, nicht auf einer grundlegenden Änderung der Begleitregelungen.

Was sich konkret ändern soll: Die Pflicht zum Präsenzunterricht in der Theorie entfällt. Fahrschüler können sich das theoretische Wissen künftig vollständig digital aneignen, etwa über eine App. Außerdem soll der Fragenkatalog für die Theorieprüfung um rund ein Drittel reduziert werden. Das betrifft aktuell über 1.100 Fragen, von denen viele als praxisfern gelten.

Was bleibt: Die praktische Fahrausbildung durch lizenzierte Fahrlehrer ist weiterhin Pflicht. Das eigenständige Üben mit Eltern ohne Fahrschulbindung ist gesetzlich nicht vorgesehen und ändert sich durch die Reform voraussichtlich nicht. Wer auf politische Ankündigungen wartet, bevor er mit der Ausbildung beginnt, riskiert, wertvolle Zeit zu verlieren.

Wer darf als Begleitperson beim Üben mitfahren?

Beim begleiteten Fahren ab 17 darf als Begleitperson nur mitfahren, wer bestimmte gesetzliche Voraussetzungen erfüllt. Die Begleitperson muss mindestens 30 Jahre alt sein, seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen den Führerschein der Klasse B besitzen und darf zum Zeitpunkt der Fahrt maximal 0,5 Promille Blutalkohol aufweisen.

Eltern erfüllen diese Voraussetzungen in der Regel problemlos. Sie müssen jedoch vorab namentlich in der Prüfbescheinigung eingetragen sein, die das Straßenverkehrsamt ausstellt. Wer spontan als Begleitperson einspringen möchte, ohne eingetragen zu sein, handelt illegal.

Wichtig: Die Begleitperson ist keine Fahrlehrerin und kein Fahrlehrer. Sie darf keine Fahranweisungen im fachlichen Sinne geben und trägt trotzdem eine erhebliche Mitverantwortung. Bei einem Unfall oder einer Verkehrskontrolle haftet die Begleitperson unter Umständen mit.

Wie unterscheidet sich das Üben mit Eltern vom begleiteten Fahren ab 17?

Das begleitete Fahren ab 17 ist ein offiziell geregeltes Programm, das Fahrschüler nach bestandener Theorieprüfung und einer Mindestanzahl an Fahrstunden in der Fahrschule nutzen können. Das Üben mit Eltern außerhalb dieses Rahmens ist in Deutschland hingegen grundsätzlich nicht erlaubt.

Beim begleiteten Fahren ab 17 gilt:

  • Der Fahrschüler hat die Theorieprüfung bestanden
  • Er hat die vorgeschriebenen Pflichtfahrstunden in der Fahrschule absolviert
  • Er besitzt eine gültige Prüfbescheinigung mit eingetragenen Begleitpersonen
  • Er darf bis zur praktischen Prüfung auf öffentlichen Straßen fahren

Das informelle Üben mit Eltern auf einem Parkplatz oder Privatgelände ist rechtlich eine Grauzone und auf öffentlichen Straßen ohne die genannten Voraussetzungen schlicht verboten. Der wesentliche Unterschied liegt also nicht nur in der Begleitperson, sondern im gesamten rechtlichen Rahmen, der das begleitete Fahren ab 17 erst ermöglicht.

Welche Risiken birgt das Üben mit Eltern ohne Fahrlehrer?

Das Üben mit Eltern ohne professionelle Begleitung birgt mehrere handfeste Risiken: Eltern geben unbewusst eigene Fehler weiter, erkennen gefährliche Situationen nicht rechtzeitig und können keine strukturierte Rückmeldung auf Prüfungsniveau geben. Das kann dazu führen, dass sich schlechte Gewohnheiten festigen, die in der Prüfung zum Problem werden.

Konkrete Risiken im Überblick:

  • Fehlerhafte Gewohnheiten: Eltern fahren oft selbst seit Jahrzehnten und haben sich Ungenauigkeiten angewöhnt, die sie unbewusst weitergeben
  • Fehlende Prüfungsrelevanz: Was im Alltag funktioniert, entspricht nicht immer den Anforderungen der praktischen Prüfung
  • Emotionale Spannung: Die Eltern-Kind-Dynamik führt häufig zu Stress, der das Lernen erschwert
  • Rechtliche Konsequenzen: Wer ohne gültige Prüfbescheinigung auf öffentlichen Straßen übt, begeht eine Ordnungswidrigkeit oder schlimmstenfalls eine Straftat
  • Haftungsfragen: Bei einem Unfall ohne korrekte Begleitbescheinigung kann der Versicherungsschutz gefährdet sein

Das bedeutet nicht, dass das begleitete Fahren ab 17 mit Eltern wertlos ist. Im Gegenteil: Wer nach der Fahrschulausbildung viele Kilometer mit einer eingetragenen Begleitperson sammelt, kommt oft sicherer und entspannter in die Prüfung. Entscheidend ist, dass die Grundlage stimmt und die Fahrschulausbildung solide abgeschlossen wurde.

Wann ist ein Intensivkurs die bessere Alternative zum Eltern-Üben?

Ein Intensivkurs ist die bessere Wahl, wenn du den Führerschein schnell, strukturiert und ohne die typischen Risiken des Eltern-Übens erwerben möchtest. Besonders dann, wenn Zeit ein knappes Gut ist, du keine geeignete Begleitperson hast oder du dir eine solide Prüfungsvorbereitung wünschst, die über das hinausgeht, was Eltern leisten können.

Ein Intensivkurs lohnt sich besonders in diesen Situationen:

  • Du brauchst den Führerschein schnell, zum Beispiel für Studium, Ausbildung oder Beruf
  • Du hast keine geeignete Begleitperson, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt
  • Du hast bereits eine Prüfung nicht bestanden und möchtest gezielt neu starten
  • Du lernst besser in einer strukturierten Umgebung als in wechselnden Alltagssituationen
  • Du möchtest Theorie und Praxis gleichzeitig und aufeinander abgestimmt lernen

Das begleitete Fahren mit 17 und das Üben mit Eltern können sinnvolle Ergänzungen sein, ersetzen aber keine professionelle Ausbildung. Wer auf Eigeninitiative setzt, ohne die Fahrschulausbildung als Fundament zu haben, riskiert mehr Prüfungsversuche, mehr Kosten und mehr Stress.

Wie die Fahrschule Pfeil beim Führerschein in kurzer Zeit hilft

Wenn du den Führerschein schnell und ohne Umwege machen möchtest, ist unser 9-Tage-Intensivkurs eine konkrete Alternative zum langen Weg über Eltern-Üben und klassische Fahrschule. Bei Fahrschule Pfeil bekommst du alles aus einer Hand, vollständig strukturiert und persönlich begleitet.

  • 9 Tage, alles inklusive: Theorie, Praxis, Unterkunft und Verpflegung sind im Paket enthalten
  • Kleine Gruppen: Weniger als 10 Schüler pro Kurs, damit du keine Nummer bist
  • Theorie und Praxis verzahnt: Täglich beides, aufeinander abgestimmt und in hohem Lerntempo
  • Behördengänge inklusive: Anmeldung, Führerscheinstelle, Formalitäten, wir begleiten dich dabei
  • Prüfung in enger Abstimmung mit dem TÜV SÜD: Regelmäßige Prüfungsmöglichkeiten für eine planbare Ausbildung
  • Standort Buchen im Odenwald: Ruhige Umgebung, volle Konzentration auf dein Ziel

Du musst nicht warten, bis politische Reformen in Kraft treten oder die perfekte Begleitperson verfügbar ist. Wenn du wissen möchtest, wann der nächste Kurs startet, schau dir die aktuellen Termine an und nimm direkt Kontakt auf.

Ähnliche Artikel

Nach oben